Freitag, 26. Mai 2017

Stadtgeschichten und Flieder zum Flowerday

Flieder aus dem Garten 

Der Vater hatte letztes Jahr fleißig den Flieder gestutzt. Einst war es ein großer stattlicher Baum. Aber, dem Vater gefiel das nicht mehr. Er kam an die Blüten, die er nach der Blüte abschneiden wollte, partout nicht mehr heran. Kurzer Hand nahm er die Säge und, ritsche ratsche war der Baum abgesägt. Nur noch einzelne Triebe lugten rechts und links am alten Stamm hervor. Ich war wiedermal sehr traurig, denn ich vermutete, dass es im nächsten Jahr keine Blüten geben wird.


Im Frühjahr dann, schoben sich noch mehr Triebe am Stamm hervor und wurden immer länger, gerade so, als wollten sie dem Vater die Zunge herausstrecken. Aber Blütenansätze sah ich nicht. Dann kam auch noch dieser Frost hinzu und ich gab es vollständig auf, einen einzigen Stengel zu ergattern.


Einige Zeit ging ich nicht in den Garten, es war mir einfach zu kalt und immer wieder ärgerte ich mich über die kurzgeschnittene Flora. Der Vater liebt es, keine Arbeit im Garten zu haben. was liegt da näher, als alles kurz, besser sehr kurz zu halten. Doch irgendwann, musste ich mal nach meinen Erdbeeren und Kräutern schauen, nicht dass die auch noch der Schere des Vaters zum Opfer fallen und staunte nicht schlecht, der Flieder blühte mit gewaltigen Blüten. Nicht viele, aber Zwei für die große Bodenvase vom Kerl waren doch drin...

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Holunderblütchen
Flieder gab es übrigens auch Hier, Hier und Hier

Stadtgeschichten

Vom Avonfrauenlauf und den ersten 10 Kilometer, die ich als Wettkampf lief

Eigentlich, bin ich nicht der Massenläufer. Ich laufe gerne alleine für mich durch den Wald, genieße die Ruhe und das zwitschern der Vögel. Marion und Claudia überredeten mich, doch an diesem einen Lauf teilzunehmen. "Das macht Spaß!" "Du wirst deine Freude daran haben!" "Ist zwar nicht der schönste Lauf, aber du wirst sehen..." Ich ließ mich doch tatsächlich überreden. Ein wenig bange war mir schon, vor diesen Massen an Frauen und Marion trug nicht unbedingt dazu bei. dass mir wohler wurde. Denn sie erzählte, dass die Frauen manchmal schon recht unfair sind und drängeln und schubsen. Außerdem, machten mir die 10 Kilometer noch ein wenig Sorge, denn meine Distanz sind üblicherweise max. 8 km. Die Zwei können einen schon überfordern. Auch deshalb, weil ich manchmal doch zwischendurch ein paar gegangene Minuten einschob.


Das mit dem Gehen, konnte ich mir abgewöhnen. Ich trabte dann etwas langsamer und schaffte es, tatsächlich durchzuhalten. Soweit so gut. Ich hatte die Kilometer auf Zehn erweitert und hielt es durch, nicht zu gehen. Meine Schwester bekam dann auch noch mit, dass ich beim Frauenlauf teilnehme, weshalb sie sich kurzerhand noch angemeldet hatte. Ein Wochenende lief ich noch mit ihr und einer anderen Freundin meine übliche Strecke durch den Grunewald. Das ging gerade mal so gut. (Ich konnte noch nicht durchhalten und die Beiden waren mir eine Nummer zu schnell). Aber nun war ich bereit. Da sagte Claudia ihren Lauf ab. Traurig, aber Marion wollte ja auch noch mitlaufen. Die Treffpunkte waren schon ausgemacht. Marion und ich haben uns beim Startnummernabholen noch getroffen und ein Käffchen genossen.


Der Samstag kam. Und Marion sagte auch noch ihren Lauf ab. Jetzt waren nur noch meine Schwester und ich übrig. Beide noch nie bei einer solchen Veranstaltung dabei gewesen. Wir sahen den anderen Läuferinnen zu, wie sie sich warm machten und versuchte auch uns ein wenig zu Dehnen und  zu Strecken. Der Start war mit Zeiten markiert, die man für 10 Kilometer brauchen könnte. Wir stellten uns in die passende Zone und standen prompt vor der Gymnastikbühne. Warm machen mit Anleitung. Ich habe mich diskret zurückgehalten. Dann wären meine 10 schon bei 5 km zu Ende gewesen. Aber mein Schwesterchen gab sich das Aufwärmen. Sah hübsch aus, wie alle in ihren korallefarbenen Hemden fast synchron mitturnten. Und dann ging es los. Wir verloren uns aus den Augen, die Schwester vorneweg. Ich versuchte meine Geschwindigkeit zu finden und wurde immer wieder aus dem Trab gebracht. Ausbremsen, ausweichen, überholen, überholt werden, die Sonne blendet, wieder ausweichen...


Ahh, ein Schild...8 KM jetzt ist es nicht mehr weit. Doch die letzten 2 zogen sich wie Kaugummi. Mir waren die Trommler am Rand zu laut, die Frauen, die immer wieder in den Weg liefen, zu anstrengend und doch war ich am Ende sehr glücklich über die Ziellinie gelaufen zu sein. Meine Schwester kam drei Minuten nach mir ins Ziel. Komisch eigentlich, weil sie doch vor mir lief. Aber sie hatte wohl nach mir geschaut und mich nicht gefunden. Trotz der großen Menschenmenge fanden wir aber wieder zusammen. Genauso haben wir unsere Freundin wiedergefunden, die schneller lief als wir Beide. Ich bin auf Platz 2058 und in meiner Altersklasse auf Platz 230.


Wenn du jetzt wissen willst, wie ich es fand, dann kann ich nur sagen: Irgendwie hat es doch Spaß gemacht. Und ich will es noch einmal versuchen. Vielleicht bei einem anderen Lauf über 10 km. Die Frauen kamen mir gar nicht so unfair vor. Sie wollten halt alle irgendwie ins Ziel. Würdest du dir so einen Lauf antun? Vielleicht sehe ich dich das nächste mal ...

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Freitag, 27. Januar 2017

Freitags mit Schleierkraut

Schleierkraut und Veronika. So heißen die kleinen, weiß blühenden Blumen. Ich habe sie mir in einem Blumendiscounter geholt. Die Verkäuferin war selber so angetan, dass ich sie mir einpacken ließ. Ich mochte sie nicht in eine gemeinsame Vase stellen. 



Stadtgeschichten

Ich möchte dir heute mal ein wenig aus unserem Wald um die Ecke erzählen. Aus dem Leben einer Joggerin: Ich laufe vorzugsweise am frühen Morgen. Gleich hinter unserem Karree ist ein kleiner Park, der gerne von Läufern frequentiert wird. Auch Hundehalter und Walker sind jeden Morgen unterwegs. Als ich anfing mit dem Laufen, habe ich ein paar Bücher und Blogs über das Laufen gelesen. Da ging es oft darum, wie freundlich die Jogger miteinander umgehen. So bin ich mit einem motivierten, wenn auch angestrengten Gesichtsausdruck in den Park gelaufen.


Als Erstes bin ich über einen Hundehalter gestolpert, der seinen angeleinten Hund nicht zurück gerufen hat, so dass ich einen großen Bogen um Mensch, Hund und Leine machen musste. Der Mann schaute mich ziemlich wütend an und ich verstand gar nicht warum, denn ich war diejenige, die ihm aus dem Weg gelaufen ist. Dann kamen ein paar Jogger auf mich zugerannt. Die Köpfe meist tief gesenkt, nur nicht nach vorne schauen. Waren das die freundlichen Jogger? Ich dachte mir, du bist neu hier im Park, warte ab, wenn du die selben Gesichter bei deinen nächsten Läufen triffst, wird es bestimmt anders.


Ich lief viele Male durch den Park. Immer am Morgen. Den Hundebesitzer traf ich öfter und nie nahm er seinen Hund beiseite. Ich habe gelernt, gleich die Seite des Weges zu wechseln, damit ich hinter dem Mann, neben dem Weg, an den Beiden vorbei komme. Die "freundlichen" Jogger, treffe ich fast jedesmal. Aber einzig eine ältere Frau (ca 70), die auch joggt, grüßt jeden Morgen und lacht auch manchmal, wenn ich sie treffe. Ich habe mir angewöhnt, jedesmal laut "Guten Morgen" zu sagen. Aber ob ich diese Läufer nochmal erziehen werde? Wohl kaum. Ganz anders ist es, wenn ich im Grunewald laufe. Auch da gibt es Läufer, die nicht Grüßen. Aber die Meisten, ringen sich ein Lächeln ab und wünschen einen guten Morgen.


Sind die alle so angestrengt? ..oder ist es wirklich nicht mehr üblich, sich zu Grüßen. Und wenn die Luft so knapp ist, dann wenigstens so etwas wie ein Lächeln. Ich werde weiter mit einem Lächeln im Gesicht laufen und jeden Grüßen zu versuchen. Ist doch gleich viel netter. ✰

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